Grasmilben halten Deutschland in Atem – und mich

Klein, rot, gemein und bissig: Grasmilben (auch Herbstmilben oder Erntemilben genannt)! Grasmilben leben im Boden, legen ihre Eier aber im Gras ab. Wenn die Larven dann schlüpfen, machen diese sich auf die Suche nach Nahrung. Dabei kommen der Mensch und das Tier gerade recht, die gleichermaßen von Grasmilbenlarven gebissen werden. Bevorzugte Körperstellen sind dabei Bauchnabel oder Kniekehlen, aber auch Achselhöhlen. Anders als zum Beispiel Stechmücken stechen Grasmilben ihre Opfer nicht, sondern beißen (herzhaft) zu.

Wie „knabbern“ die Grasmilben den Menschen/das Tier an?
Die Grasmilben dringen zunächst mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut ihres Opfers, ob Mensch oder Tier, ein. Danach sondern sie ein Sekret in die offene Wunde ab. Die kleinen Plagegeister saugen dann – sogar über Stunden hinweg – Zellsäfte und Lymphe. Sie verlassen den Körper erst wieder, wenn sie genug gesaugt haben. Vereinzelt dürstet es ihnen auch nach dem Blut ihrer menschlichen und/oder tierischen Opfer.

Die Folge der Grasmilbenisse!
Die Folge sind einem gewöhnlichen Ausschlag ähnlich sehende rote Punkte. Dieser Ausschlag juckt wie verrückt und das nicht nur von Zeit zu Zeit – nein! – er juckt ständig. Nicht zu vergleichen mit dem Stich einer gewöhnlichen Steckmücke. Der Juckreiz ist fast nicht aushaltbar. Während ein Stechmückenstich innerhalb weniger Tage zu jucken aufhört und langsam verschwindet, sofern man nicht ständig daran herum kratzt, dauert der intensiv juckende Ausschlag, der von den Grasmilben verursacht wird, ca. 2 Wochen an bevor er langsam zurückgeht.

Was kann man gegen den Juckreiz tun?
Das oberstes Gebot ist, nicht zu kratzen, auch wenn es ununterbrochen höllisch juckt und man als Betroffener meint, verrückt zu werden. Die Folgen aufgekratzter Grasmilbenbisse können Entzündungen sein. Der Ausschlag, auch Erntekrätze genannt, sollte umgehend desinfiziert werden (z. Bsp. mit 70%igem Alkohol). Die Desinfektion der Haut hat den Vorteil, dass, wenn noch Grasmilben an der Haut saugen, diese durch die Anwendung des Desinfektionsmittels oder Alkohols getötet werden.

Hausmittelchen gegen den Juckreiz!
Wer den ätzenden Juckreiz mit Hausmittelchen behandeln möchte, dem sei Zitronen- oder Zwiebelsaft empfohlen, den man über die betreffenden Stellen tupft. Auch das vorsichtige Abreiben mit Salzwasser lindert den Juckreiz etwas und macht ihn aushaltbarer.

Von der Apotheke und dem Arzt…
Wem die Apotheke lieber ist, der sollte kühlende Cremes (z. Bsp. Systral in der Tube) kaufen. Auch Fenistil Tropfen zum Einnehmen können helfen (vor Einnahme und Kauf jedoch bitte unbedingt den Arzt kontaktieren!!!). Sind die Grasmilbenbisse allerdings schwerwiegend und bekommt man den Juckreiz auch nicht mit altbewährten Hausmitteln in den Griff, sollte man den Arzt aufsuchen. Dieser wird vermutlich eine Cortisonsalbe oder Antihistaminikum verordnen.

Auch den Junior hat es mächtig erwischt, vor allem auf dem Bauch, im Genick, an den Innenseiten beider Unterarme und an den Beinen. Es sieht übel aus. Und der Juckreiz treibt ihn in den Wahnsinn. Die Kinderärztin verordnete ihm Fenistil Tropfen, wovon er 3x am Tag je 20 bekommt. Diese sollen den Juckreiz lindern.
Natürlich, wie könnte es auch anders sein, habe auch ich mir einige Bisse eingefangen. Allerdings bisher nur an beiden Unterarmen. Es juckt übertrieben! Statt der Fenistil Tropfen, die ich nicht einnehmen darf, verwende ich das kühlende Systral Gel, das zumindest zeitweise etwas Linderung und angenehme Kühle verschafft.

Die Viecher bleiben bis in den Herbst und verschwinden erst dann wieder unter der Erde, denn sie mögen keine Kälte. Somit sind sie auch nur an warmen, sonnigen Tagen aktiv.

Wie sieht es bei Euch aus? Leidet ihr auch unter den Grasmilben? Oder seid ihr verschont geblieben?