Es war Stichtag! Die Booster-Impfung

Durch Zufall habe ich erfahren, dass meine Hausarztpraxis ein Sonder-Impfangebot startet. Über Facebook und WhatsApp sei dies beworben worden, hieß es von Seiten der Sprechstundenhilfe, doch davon habe ich nichts mitbekommen. Ich bin weder bei Facebook, noch habe ich meine Hausarztpraxis in meinen WhatsApp Kontakten.

Ich hörte, wie sich zwei ältere Damen im Supermarkt an der Kasse vor mir darüber unterhielten und spitzte die Ohren. Als ich zuhause war, informierte ich mich bei meiner Hausarztpraxis, die mir bestätigte, dass heute – am Samstag den 11. Dezember 2021 in der Zeit von 08:00 Uhr morgens bis 12:00 Uhr mittags – im Gemeindesaal unseres Ortes die Impfaktion vonstatten gehen würde. Keine Anmeldung nötig! Super, sagte ich, dann komme ich vorbei und lasse mich boostern.

Gemeinsam mit meinen Eltern, die sich auch boostern ließen, trat ich dann den kurzen Weg zum Gemeindesaal an. Dort kamen wir um 09:45 Uhr an und fanden eine Schlange vor, die nicht wie erwartet ultra lang gewesen war. Kurzum: wir mussten nur bis 10:00 Uhr warten und schon konnten wir uns am Eingang des Gemeindesaales anmelden. Wir konnten uns an der Anmeldung die Hände desinfizieren und bekamen dort eine Nummer in die Hand. Dann blieben wir in der gewohnten Schlange stehen und warteten darauf, in den Gemeindesaal zu kommen.

Schon um 10:05 Uhr wurde ich in den großen Saal gebeten und durfte mich am ersten Schalter (von insgesamt 4 Schaltern) anmelden. Ich wurde um die Versichertenkarte, den Impfausweis und um den Personalausweis oder Führerschein gebeten. Mir wurden zwei Blätter zum Ausfüllen in die Hand gedrückt und dann wurde mir von einer Anweiserin ein Platz zugewiesen. Dort sitzend habe ich dann die beiden Blätter ausgefüllt. Kurz danach, etwa um 10:20 Uhr, wurde ich dann zum Impfen aufgerufen.

Vor mir saß mein Arzt, der mich freundlich begrüßte und kurz mit mir plauschte. Er besah die beiden ausgefüllten Blätter und trug die Booster-Impfung ins Impfbuch ein, das er mir dann wieder zurück gab. Dann wurde ich noch in eine Liste aufgenommen und durfte direkt weiter in die Kabine zur Arzthelferin, die mich schließlich geboostert hat. Um etwa 10:30 Uhr war der „Spuk“ dann vorbei.

Ich wurde in der ersten und in der zweiten Covid-19 Impfung je mit BioNTech geimpft, nun mit Moderna geboostert. Anfangs hatte ich Bedenken bezüglich des Impfstoffes. BioNTech hatte ich damals sehr gut vertragen. Bekam nur Müdigkeit und geschwollene Lymphknoten, was aushaltbar war. Wie wird das nun mit Moderna sein? Ich hoffe, ich bleibe vor Nebenwirkungen verschont! „Einfach nicht groß darüber nachdenken. Machen Sie sich nicht verrückt.“, sagte die Arzthelferin aufmunternd.

Den Gemeindesaal musste man dann durch eine Seitentür wieder verlassen und musste anschließend im Foyer noch Platz nehmen. Empfohlen waren 15-20 Minuten Wartezeit bevor man wieder den Heimweg antrat. Meine Eltern, die auch durch dieses Prozedere gegangen waren, kamen ca. 10 Minuten nach mir aus dem Saal und gesellten sich zu mir. Auch sie wurden mit Moderna geboostert und ich hoffe, dass es auch ihnen gut damit geht. Um 11:00 Uhr haben wir den Heimweg angetreten. Alles in allem ging alles rasch über die Bühne und gut organisiert war es obendrein.

Die ganze Praxis (1 Arzt, 2 Ärztinnen, 2 Azubis [männlich], 5 Arzthelferinnen) war mit Eifer bei der Sache, nahmen sich auch für Fragen Zeit und waren stets höflich und freundlich. Gut aufgehoben und beraten habe ich mich auf jeden Fall gefühlt. Und ich war auch froh darüber, so viele Menschen vorzufinden, die sich impfen ließen. Das zeugt von Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme.

Und ihr? Auch schon geboostert? Falls ja, kamen bei Euch Nebenwirkungen vor?

Verkabelt

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch bekam ich urplötzlich Herzrasen, etwas Schwindel, zittrige Beine und Schweißausbrüche. Ich stand auf, ging in die Küche und trank etwas Wasser. Nach ein paar Minuten war dieser „Anfall“ vorbei. Gott sei Dank, es war überstanden. Aber an Einschlafen war nicht mehr zu denken. Das Herz pochte, weil ich aufgeregt war, und ich hatte das Gefühl, es würde sich überschlagen. Ich lag im Bett, versuchte mich durch kontrolliertes Atmen zu beruhigen. Nur langsam gelang es mir zu etwas mehr Ruhe zurück zu kehren. Irgendwann muss ich dann auch wieder eingeschlafen sein, aber ich dachte erst, ich würde nimmer wach werden. Ich war wirklich in großer Sorge. So etwas hatte ich bisher noch nie am eigenen Leib erlebt.

Morgens ging ich dann zum Arzt. Er nahm Blut ab – wie ich nun weiß, die Blutwerte sind top! -, außerdem maß er den Blutdruck, der auch okay war, und er hörte mich ab. Da fand er auch nichts Auffälliges. Das schnelle EKG, das nur 1-2 Minuten dauerte, lieferte ein Traumergebnis. Dann bekam ich noch ein 24-Stunden-Langzeit-EKG umgehangen und wurde entsprechend verkabelt.

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Am Donnerstag Morgen war ich das kleine Gerät wieder los, Gott sei Dank, denn es ließ sich damit gar nicht gut arbeiten bzw. schlafen. Aber wie mein EKG sich darstellt, das weiß ich aktuell noch nicht, da der Besprechungstermin noch vor mir liegt, aber ich denke, wenn etwas Auffälliges wäre, dann würde die Praxis mich sofort kontaktieren.

Es heißt für mich also mal noch: abwarten und Tee trinken. Seitdem trat so ein Herzrasen bzw. etwas Ähnliches nicht mehr auf, doch manchmal hab‘ ich das Gefühl, das Herzchen poltert e bissel. Kann aber auch stressbedingt sein oder von der Wirbelsäule herrühren. Herzschmerzen können ja vielerlei Auslöser haben.

Bleibt zu hoffen, dass alles okay ist. Also bitte: Däumchen drücken (und den großen Zeh auch *grins*).

Ist das noch normal?

Ich weiß, wir leben (immer noch!) in Zeiten von Corona, aber ist das Verhalten meiner Arztpraxis noch normal?

Folgender Sachverhalt: vor einiger Zeit – ich habe berichtet – fingen bei mir die Symptome einer Grippe an. Mit dabei waren Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, laufende Nase, leichtes Fieber und Schüttelfrost. Kurzum: mir ging es be…scheiden!

Montags rief ich in meiner Arztpraxis an, schilderte meine Symptome und bekam für Dienstag früh einen Termin. Ich solle schon um 08:00 Uhr da sein, hieß es, und wenn ich dann vor der Tür stünde, solle ich anrufen und mitteilen, dass ich da wäre. Nach einer unruhigen Nacht, quälte ich mich also früh am Dienstag Morgen aus dem Bett, um dann zum Arzt fahren zu können.

Es wunderte mich, dass bereits mehrere Patienten vor der Tür warteten. Sie standen da wie bestellt und nicht abgeholt. Wie mir geheißen rief ich in der Praxis an und teilte der Dame am Telefon dann mit, ich sei da. Auf die Frage, welche Symptome bzw. Beschwerden ich hätte, schilderte ich die oben genannten (Fieber, Schüttelfrost, laufende Nase, etc.).

Und dann sagte sie zu mir: „Tzia, da kann ich Ihnen jetzt nicht helfen. Sie müssen leider draußen warten. Es kann noch dauern, es sind noch einige Patienten vor Ihnen. Tut mir leid. Ich weiß, es ist kalt, aber daran kann ich leider nichts ändern.“ Und das Gespräch war beendet.

Draußen warten? Es kann noch dauern? Einige vor mir? Verdonnert zum Frieren mit Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und…ach ja…Reizhusten hatte sich ja auch dazu gesellt. Suuuper *Sarkasmus*. Stirbste net an Corona, gehste an Lungenentzündung drauf, dachte ich bei mir und musste verständnislos in mich hinein grinsen.

Es dauerte sage und schreibe 45 Minuten, also fast eine ganze Stunde, bis ich endlich aufgerufen wurde. Die Ärztin ließ uns „Draußenstehende“ nur durch einen speziellen Eingang in die Praxis, abgeschottet vom Rest der Mitarbeiter und der weiteren Ärzte, die mit in der Praxis arbeiten. Ich kam mir vor, als ob ich die Pest im Leib hätte und unbedingt von allem und jedem ferngehalten werden müsse. War kein arg schönes Gefühl, zumal die Ärztin selbst auch noch bis oben hin vermummt war.

Und das alles dann für lausige 3 Tabletten (3-Tage-Antibiotikum Therapie). Sie hat mich abgehört und mir einmal in den Hals gesehen, nur um mir zu sagen, was ich schon wusste. „Es ist eine Erkältung.“ Dann wurde noch ein Corona-Test gemacht (obwohl geimpft), der natürlich negativ ausgefallen war. Sicher sei sicher, so meine Ärztin. Danke, das war’s, Sie können gehen, hieß es nach nur 5 bis max. 10 Minuten.

Ich frage mich: wie kann man denn Patienten, die mit Schüttelfrost und Fieber, mit Halsschmerzen und Reizhusten in die Praxis kommen, in der Kälte stehen lassen? Und das fast 60 Minuten lang! Zumal es sich nicht um eine kleine Praxis handelt und Platz gewesen wäre, die Patienten auseinander zu setzen. Da es mir an dem Tag bescheiden ging, hab‘ ich die Arzthelferinnen darauf nicht angesprochen, aber ich denke, ich hole das noch nach. Ich weiß nicht, aber ich persönlich finde, das geht doch nicht. Oder?