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Von einem befreundeten Fotografen habe ich einen überaus nützlichen Tipp bekommen. Er weiß, dass ich gerne im Bereich der „Makrofotografie“ unterwegs bin (nicht immer, aber immer öfter *lach*) und ich habe ihm vor Kurzem gesagt, dass ich mir ein sehr gutes und teures Makroobjektiv zu meinem Geburtstag, der bald ist, gewünscht habe. Da fragte er: „Warum denn das?“ und ich wusste nicht genau, was ich darauf antworten sollte, weil ich diese Frage so gar nicht erwartet habe. Als ich ihn etwas verwirrt ansah, reagierte er: „Ich verrate Dir jetzt mal etwas, damit gelingen Makroaufnahmen, ohne dass Du sehr viel Geld in ein Makroobjektiv investieren musst.“ Und dann fing er zu erklären an:

„Du kaufst Dir sogenannte Retroadapter [Beispielprodukt] für Canon EF bzw. EF-S. Diese gibt es zu Hauf im Internet für geringes Geld. Sie werden auch Umkehrringe genannt. Es gibt sie in vielen Größen. Du musst Dir die Adapter entsprechend der Filtergrößen Deiner Objektive kaufen. Nur so passen Objektiv und Adapter aufeinander. Wenn Du also ein Objektiv mit einer Filtergröße von 58mm hast, dann benötigst Du auch einen 58mm Retroadapter. Und den schraubst Du dann auf das Fitlergewinde der Frontlinse.“ Oookay, ab dem Punkt stutzte ich. Frontlinse?

Unbeirrt fuhr er fort: „Wenn der Retroadapter dann im Filtergewinde der Frontlinse sitzt, nimmst Du Deine Canon zur Hand und befestigst das Objektiv samt Retroadapter mit der Frontlinse voraus am Bajonett der Kamera.“ Wie? Also die Frontlinse zur Kamera hin statt zur Kamera weg? „Und wenn Du das gemacht hast, dann fotografierst Du mal im Nahbereich. Ich bin sicher, das wird Dich vom Hocker hauen.“, beendete er seine Erklärung.

Ich war zwar ungläubig, aber neugierig geworden. Das musste ich testen. Damit musste ich unbedingt experimentieren. Also kaufte ich Retroadapter, sprich: Umkehrringe, ein. Pro Filtergröße einen Umkehrring (49mm, 52mm, 55mm und 58mm). Für größere Filterdurchmesser (62mm, 67mm, 72mm und 82mm) habe ich sogenannte Anpassungsringe (Beispielprodukt) gekauft.

Als die Bestellung dann endlich da war, konnte ich es kaum erwarten los zu legen. Ich habe mir den 58mm Umkehrring geschnappt, das EF-S 18-55mm Kit-Objektiv von Canon, meine EOS 1200D und ein Motiv. Mein kleiner Stoffigel „Sponty“ (weil er die Werbefigur für Spontex ist) war bereit dazu, als Motiv herzuhalten.

Zunächst habe ich Sponty, der auf meinem Highboard im „Blog“-Büro Platz nehmen durfte, mit einer Brennweite von 55mm OHNE Umkehrring fotografiert. Ich habe im Av-Modus der Canon EOS gearbeitet. Der automatische Fokus sowie die Bildstabilisierung war eingeschaltet.

[Klicke auf das Bild, um es in der Lightbox vergrößert anzusehen]
[Klicke auf ein Bild IN der Lightbox und Du kannst durch die Bilder scrollen]

Kleiner Hinweis:
Es ist zu erwähnen, dass die beiden Bilder nur dazu dienen sollen, die Makrofotografie mit dem Umkehrring zu verdeutlichen. Es handelt sich bei den beiden Bildern nicht um „Vorzeige-Fotografien“.

Es folgt nun die Aufnahme des Igels mit einer Brennweite von 55mm mit Umkehrring, der am Gewinde der Frontlinse des Objektivs angebracht wurde. Wiederum bediente ich mich dem Av-Modus der Canon EOS. Dieses Mal jedoch war sowohl der automatische Fokus als auch die Bildstabilisierung ausgeschaltet.

Ich meine, es ist schon sehr erstaunlich wie nah ich mit dem 18-55mm Objektiv von Canon dank Umkehrring an den Igel heran kam. Das Arbeiten mit einem Umkehrring (auch Retroadapter genannt) wird ab einer Brennweite von 50mm empfohlen. Zudem wird geraten den Bildstabilisator des Objektivs, sofern vorhanden, auszuschalten. Und so sah die Canon EOS dann mit verkehrt herum angebrachten Objektiv aus *grins*. Irgendwie strange *lach*.

Und so „unspektakulär“ können die Umkehrringe aussehen *lach*:

Für den Tipp war ich dankbar. Ich werde die Umkehrringe sicherlich mal mit auf Fototour nehmen. Wie denkt ihr darüber? Kanntet ihr diesen „Trick“?

Die etwas andere Makrofotografie
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12 Gedanken zu “Die etwas andere Makrofotografie

  • 30. November 2021 um 07:41
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    Ja, den Retroadapter kenne ich. Nette Spielerei, aber für mich kann er in keinem Fall ein gutes Makro ersetzen, wenn man wirklich ernsthaft Makrofotografie betreiben möchte. 🙂

    LG Frauke

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    • 1. Dezember 2021 um 19:34
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      @Fraukografie:
      Ja, eine nette Spielerei genau. Oft wird er bei mir wohl auch nicht eingesetzt, aber ich finde es dennoch ganz nett. Warum nicht? Natürlich ist ein gutes Makro nicht zu ersetzen, aber auch teuer. Und wer sich ein Objektiv für 300 oder 400 Euro nicht leisten kann, der ist mit dieser Art der Makrofotografie doch gut bedient. Mein Makroobjektiv von Canon hat sogar knapp 500 Euro gekostet. Is‘ schon ziemlich…puh…

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  • 18. November 2021 um 20:25
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    Hallo Sandra,
    das ist eigentlich wirklich ziemlich bekannt. Genauso gut kann man zunächst auch mit einfachen Zwischenringen anfangen, das habe ich so gemacht. Aber das ist natürlich alles mit Bastelei verbunden. Auf YouTube gibt es dazu reichlich Videos. Mein 90mm Makro möchte ich nicht mehr missen. Das ist dann doch noch ein Unterschied. Zwischenringe kann man ganz gut auf einem Objektiv belassen, das man sonst nicht mehr so häufig benutzt.
    Liebe Grüße – Elke

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    • 19. November 2021 um 14:54
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      @Elke:
      Tzia…an mir spurlos vorbeigezogen! Ich war zu jener Zeit wohl auf nem anderen Planeten *lach*. Die Zwischenringe kenne ich selbstredend, aber die Retroadapter kannte ich eben nicht. Daher dachte ich, okay poste es mal, vielleicht gibt es noch welche, die das nicht kennen *knipsauge*. Ich bin nicht so der YouTube Gucker. Hatte zwar mal ein Konto dort, aber das habe ich wieder gelöscht.

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    • 19. November 2021 um 14:44
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      @Bernhard:
      Ja, ich weiß. Das konnte ich mir absolut denken. Ich habe diese Art der Makrofotografie halt nicht gekannt und dachte daher, ich berichte mal. Dass es nicht gänzlich etwas Neues ist, war mir irgendwie schon klar. Trotzdem wollt‘ ich’s mal posten, für die, an denen dieser Hype auch vorbeigegangen ist – so wie an mir…manchmal lebe ich hinterm Mond *lach*.

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      • 19. November 2021 um 21:10
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        Liebe Sandra,

        manchmal habe ich beim Adaptieren aus technischen Gründen keine andere Wahl, als ein Objektiv in Retrostellung zu adaptieren, manchmal erreiche ich sogar unendlich damit 😀

        LG Bernhard

        Antworten
        • 21. November 2021 um 12:53
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          @Bernhard:
          Moin Du!
          Wow…super duper, würd‘ ich sagen!

          Antworten
  • 17. November 2021 um 12:54
    Permalink

    Liebe Sandra,

    ja, den Trick kannte ich und diese Art der Makro-Fotografie war vor einigen Jahren wirklich mal groß in Mode. So viele experimentierten damit herum.
    Musst halt bei dieser Umkehrstellung ein bisschen aufpassen auf dein Objektiv.

    Schau mal, hier kannst du noch mehr darüber erfahren, wenn du magst.
    Ich kann auf deinem Blog keine Links hineinkopieren, warum auch immer, geht halt nicht.
    Geh mal auf die Seite „traumflieger.de“ und gib dort Retroadapter ein.

    Liebe Grüße
    Christa

    Antworten
    • 17. November 2021 um 13:52
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      @Christa:
      Ja, dass ich hier nichts ultra Neues veröffentliche, das konnte ich mir denken *lach* Aber diese Art der Makro-Fotografie, die vor einigen Jahren „in“ war, wie Du gesagt hast, scheint völlig an mir vorbei gerauscht zu sein *grins*. Hab‘ ich irgendwie gar nicht mitbekommen…komisch! Natürlich achte ich auf die Objektive, liebe Christa. Ich will ja nicht, dass mir die Objektive dabei kaputt gehen. Ich werde diese Art der Makrofotografie auch nicht häufig einsetzen, nur hin und wieder mal.

      Ich war gestern nur wahnsinnig erstaunt, wie gut das doch tatsächlich klappt. Hätte ich nicht gedacht. Eigentlich solltest Du verlinken können im Kommentarfeld. Das geht bei anderen ja auch. Komisch! Aber danke für den gut gemeinten Tipp. Nur, bei Traumflieger.de habe ich bereits etwas bestellt *grins* Ich bin dort regelmäßig unterwegs und lese hin und wieder auch die interessanten Berichte über die Fotografie.

      Antworten
      • 20. November 2021 um 17:34
        Permalink

        Liebe Sandra,

        das geht schon recht gut mit dieser Retrofotografie, hatte es selbst ja auch festgestellt, aber doch wieder aufgegeben.
        Die Seite von Traumflieger ist auch gut und man kann so manchen Tipp dort bekommen.

        Leider kann ich bei dir, wenn ich etwas in der Zwischenablage kopiert habe, hier auf deinem Blog nicht einfügen, egal was es ist. Ich weiß nicht, warum das so ist.
        Beim Ausfüllen des Formulars unten merkt sich die Seite meinen Namen und E-Mail Adresse und füllt die Zeilen selbst aus.
        Bei Internetadresse (Blog, Webseite u.ä.) gibt dein Formular den Namen der Str. meiner Adresse vor. Ich kann es entfernen, aber dann nicht die URL meines Blogs einfügen, ist halt seltsam. 🙂

        LG

        Antworten
        • 21. November 2021 um 13:04
          Permalink

          @Christa:
          Hallo liebe Christa!
          Traumflieger, ja. Ich bin nicht häufig dort. Nur mal hin und wieder oder ich gelange auf der Suche im Internet auf die Seite. Ich probiere die Retrofotografie mal ne Weile aus und wenn sie mir gefällt, weite ich sie aus, und wenn sie mir nicht gefällt, dann gebe ich sie wieder auf oder setze sie einfach nicht so häufig ein. Bin ja noch bei den Anfängen. Muss mich da mal rein denken und so. Leider kann ich Dir bzgl. dem Kopieren und Einfügen nicht weiterhelfen. Tut mir sehr leid. Ich weiß nicht, woran das liegt. Komisch ist es aber schon.

          Dass sich das Formular den Namen und die E-Mail Adresse merkt, ist korrekt. Aber warum das Formular den Namen Deiner Straße hergibt, das weiß ich nicht. Das kam so noch nicht vor, denke ich mal. Jedenfalls hat mich noch keiner darauf aufmerksam gemacht. Sehr seltsam. Du kannst es entfernen, aber nicht Deine URL eingeben!? Noch seltsamer…kannst Du die URL Deines Blogs auch nicht händisch eintragen?

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