Weihnachten im DFG – wie es wirklich war

Weihnachten im DFG – wie es wirklich war

Lesezeit: in ca. 4 Minuten gelesen

Gestern hatte ich kurz erwähnt, dass wir den Weihnachtsmarkt im Deutsch Französischen Garten (DFG) besuchen werden! Das haben wir auch getan. Und ich habe mich darauf so gefreut. Und der Junior wollte da auch unbedingt hin, weil er in der Schule gehört hat, dass auch ein paar seiner Freunde mit ihren Eltern dort hin gehen werden.

Als wir hörten, dass die Parkplätze rund um den DFG alle belegt waren, entschieden wir kurzerhand den Shuttle Bus zu nehmen. Unsere einzige Parkmöglichkeit war der Hauptbahnhof. 5 Minuten Fußmarsch bis zur Haltestelle für den Shuttle Bus. Statt der angesagten 15 Minuten, warteten wir 30 Minuten auf den Shuttle Bus. Als er endlich kam, stiegen wir ein – gemeinsam mit zig anderen Fahrgästen. Im überfüllten Shuttle Bus ging es dann Richtung DFG.

Eine Strecke für die man im Normalfall nicht länger als maximal 12 Minuten benötigt, dauerte für uns über 20 Minuten und es ging nur im Schneckentempo voran; stopp and go! Warum? Ein Unfall auf der Strecke! Stau ohne Ende. Verkehrschaos. Gaaanz toll. Meine Laune wurde nicht besser. Und der Junior war auch schon genervt. Aber gut irgendwann kamen wir dann doch tatsächlich an und stiegen erleichtert aus dem Shuttle Bus aus.

Ein Fußmarsch von 5 Minuten war angesagt und wir erreichten den Eingang zum Weihnachtsmarkt im DFG. Was wir sahen waren keine Buden, keine Glühweinstände, keine lebende Krippe, keine Handwerkskunst…nein…das, was wir sahen, waren Menschenmassen. Es war fast kein Durchkommen möglich. Sich mal etwas anzusehen ging nicht. Sich eine Wurst, eine Waffel oder gar einen Glühwein zu gönnen, ging nicht. Überall laaange Warteschlangen. Dicht an dicht drängten sich die Menschen. Wir sprechen hier von tausend Menschen. Schlimmer als bei jedem Konzert einer Rockband.

Nur der Junior konnte sich Zuckerwatte gönnen. Da war der Andrang nicht ganz so dramatisch. Was mir nicht in den Kopf will ist, wie man seinen Hund, groß und klein, auf solch eine Veranstaltung mitnehmen kann und die Kinder, allen voran die kleinen in ihren Kinderwägen, waren total durch den Wind. Weinten und klagten und quengelten.

Wir gingen also über den Weihnachtsmarkt, aber genießen konnten wir das in keinster Weise. Von Besinnlichkeit keine Spur. Von Gemütlichkeit war auch weit und breit nichts zu sehen. Da der DFG ein sehr großes Areal ist, dauerte das Überqueren des Weihnachtsmarktes etwas länger als 1 Stunde. Am Ausgang angekommen stand für uns und für den Junior fest: „Dorthin gehen wir niemals mehr!“ Wir fuhren mit dem Linienbus zurück in die Stadt, denn wir mussten ja zum Bahnhof.

Der Bus aber hielt sehr weit unten in der Stadt. So waren wir gezwungen, einen Fußmarsch von circa 15 Minuten auf uns zu nehmen. Denn der Bahnhof liegt genau am anderen Ende der Stadt. Doch dorthin fährt samstags abends kein Bus. Wir spazierten also die Bahnhofsstraße entlang, die uns geradewegs zum Bahnhof führte. Unterwegs gab es für meine Männer dann noch einen Schwenkbraten im Brötchen und für mich ne Wurst im Brötchen.

Am Bahnhof angekommen, durchquerten wir diesen und verließen ihn wieder. Quasi hinter dem Bahnhofsgebäude befand sich dann das Parkhaus in dem wir standen. Nochmals 5 Minuten bis dorthin. Parkgebühren: 8,50 Euro. Wir waren um 16:30 Uhr ungefähr in der Stadt und kamen um ungefähr 20:30 Uhr wieder am Parkhaus an. Viel später als eigentlich geplant, denn so lange wollten wir uns nicht aufhalten.

Ich bin geheilt und auch der Junior sagte, dass er dort nicht mehr hingehen möchte. Der GöGa war gestern Abend ziemlich gestresst und mir war der ganze Andrang und die Masse an Menschen auch nicht geheuer. Wenn aus irgendeinem Grund eine Massenpanik ausgebrochen wäre, dann aber Sayonara. Gut, aber es war ja, Gott sei Dank, nichts dergleichen passiert.

Wie ich im Nachhinein gehört habe, gab es wohl am Abend zeitweise ein Einlassverbot, weil der Weihnachtsmarkt völlig überfüllt war. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das war der blanke Horror für uns alle drei und wir waren froh, als wir gesund und munter wieder zuhause waren. Dort gab es dann erstmal einen heißen Kakao, denn wir waren völlig verfroren.

Das war unser Ausflug auf den Weihnachtsmarkt im DFG. Einfach nur schlimm, grauenhaft, grausam…Ach so, ja: die Kamera kam nicht zu ihrem Einsatz. Ich hätte nichts fotografieren können, das was geworden wäre. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie dicht wir alle über dieses Gelände spaziert sind. Und dann hat man auch noch ständig Kinderwagenräder hinter oder neben sich, wo man aufpassen muss oder Hunde laufen neben einem her, die man versucht nicht tot zu trampeln.

Nachtrag:
In den heutigen Nachrichten hieß es, es seien am Wochenende 30.000 Besucher im DFG gewesen. Das muss man sich mal vorstellen!

12 Kommentare bei “Weihnachten im DFG – wie es wirklich war

  1. Oha, das wäre für mich auch ein Albtraum gewesen.
    Sowas besucht man am besten nie an einem Wochenende und am besten direkt, wenn er morgens öffnet. 😉

    Schade, dass ihr das so nicht genießen konntet.

    LG Frauke

    1. @Fraukografie:
      Liebe Frauke!
      Ein Albtraum war es auch. Was meinst Du, wie froh wir waren, als wir wieder im Auto saßen nach dieser schei… Odysee.

      Viele Grüße, Sandra!

  2. Oh manno, das klingt ja alles gruselig !
    Bin ich froh, dass ich in einer Kleinstadt wohne.
    Wir gehen da nur einmal auf den Weihnachtsmarkt
    wegen der beiden Enkelkinder, aber das wars dann auch schon.
    Märkte im allgemeinen sind nicht so mein Ding, jetzt gerade in dieser Zeit schon mal gar nicht 😏
    Dein Bericht allerdings war sehr unterhaltsam und gut zu lesen,
    ♥ Danke dafür.
    Liebe Grüße

    1. @Jutta Kupke:
      Liebe Jutta!
      Gruselig war es auch, leider. Doch ich mag Märkte schon sehr, wenn sie halt nicht wie im DFG überlaufen sind. Aber mit 80.000 Menschen hätte ich nicht gerechnet.

      Viele Grüße, Sandra!

    1. @Bernhard:
      Lieber Bernhard!
      Das freut mich, lieber Bernhard. Wir werden am Wochenende erneut auf einen Weihnachtsmarkt gehen, aber bei uns im Nachbarort. Der war noch nie besonders viel besucht, weil er recht klein ist.

      Viele Grüße, Sandra!

  3. Das haben wir am Sonntag auch zu spüren gekommen. Nicht in unserer kleinen Stadt, nur ein Städtchen weiter und alles rammelvoll und genau so, wie du es schreibst. Etwas drängeln konnte ich am kleinen Riesenrad und ein Video machen, Foto wurde grottenschlecht und der Rest war dann nur etwas weiter in die Höhe zu fotografieren. Einen Glühwein konnten wir aber ergattern, ansonsten lange Warteschlangen und das bei meinem ungeduldigen Mann 😁

    LG Mathilda

    1. @Mathilda:
      Liebe Mathilda!
      Die Menschen dürsten nach Unterhaltung und Ausgang nachdem sie diese Einschränkungen durch Corona hinnehmen mussten. Ich kann es auch irgendwo verstehen. Nur schade, dass es sooo dermaßen überlaufen war. Ich habe mit Betrieb gerechnet, aber nicht mit so einer Masse.

      Viele Grüße, Sandra!

  4. Ach liebe Sandra, das ist ja echt schade, aber ich habe das jetzt schon einmal gehört, das die Weihnachtsmärkte dermaßen überrannt werden. Liegt das daran das es die jetzt erst wieder „so richtig“ gibt, also ohne Einschränkungen. Wir möchten auch noch über einen oder zwei bummeln, mal schauen wie es bei uns dann wird.
    Das mit den ganz kleinen Kindern und Hunden (groß und klein), das kann ich auch nicht verstehen.
    Liebe Grüße
    Kirsi

    1. @Kirsi:
      Liebe Kirsi!
      30.000 Besucher waren am Wochenende dort gewesen. Ich nehme an, es liegt daran, dass all die Maßnahmen verschwunden sind und die Märkte nun „wie früher“ sein können. Da ist jeder froh, wenn er mal ohne Einschränkungen aus dem Haus kann.

      Viele Grüße, Sandra!

  5. Das ist ja schade! 😕
    Und da hätten mich keine 10 Pferde hinbekommen. Wir waren ja auch, und zwar auf einem kleinen Dorf-Weihnachtsmarkt, der war zwar auch nicht der Brüller, aber der Hauptgrund war eh, daß wir einen kleinen Spaziergang mit unseren Lieben machten. Von daher prima!

    Guten Wochenstart,
    Liebgruß
    Tiger
    🐯

    1. @Tiger:
      Liebe Tigerin!
      Wir haben nicht gewusst, dass dort so viel Betrieb ist. Es hat heute in den Nachrichten geheißen, dass 30.000 Besucher dort waren am Wochenende!!! Das muss man sich mal vorstellen.

      Viele Grüße, Sandra!

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