Die Schlossberghöhlen in Homburg

Die Schlossberghöhlen in Homburg

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Der GöGa hat Urlaub, der Junior noch Sommerferien – daher sind wir jeden Tag unterwegs, um als Familie verschiedene Orte zu besuchen, um uns dort zu verweilen und einen schönen Tag zu Dritt zu verbringen. Daher, liebe online Freunde, kommt es derzeit zu Verzögerungen bei der 365 Tage Challenge von Bernhard und eine Blogrunde kann ich auch erst am bevorstehenden Wochenende drehen. Die Schlossberghöhlen, welche in Homburg anzutreffen sind, habe ich als Kind bereits besucht – damals im Rahmen eines Schulausfluges. Nun war ich mit meiner Familie wieder dort und auch dem Junior gefiel es im Höhlensystem genau so gut, wie mir damals.

Was sind die Schlossberghöhlen?
Es handelt sich um eine mittelalterliche Sandmine. Somit ein von Menschenhand geschaffenes Tunnelsystem. Der sehr quarzhaltige Sand war sehr gut für die Glasherstellung geeignet und konnte zudem auch als Scheuersand genutzt werden. Während der französischen Besatzungszeit in den Jahren 1679 bis 1714 wurden die Höhlen weiter ausgebaut und als Magazin verwendet. Jedoch waren die Höhlen aufgrund ihrer sehr hohen Luftfeuchtigkeit von 80 bis 100 Prozent nicht dafür geeignet, um Schießpulver und/oder Lebensmittel zu lagern.

Möchte man die Schlossberghöhlen erkunden so benötigt man hierfür zwingend einen Helm, der vor Ort gestellt wird. Weitere Sicherheitsvorschriften sind unbedingt zu beachten. Das Berühren von Decken und Wänden ist nicht gestattet. Filmen und Fotografieren erlaubt! Der Rundgang dauert ungefähr 40 Minuten, wenn man sich Zeit lässt und die Höhlen in Ruhe erkundet. Insgesamt liegen auf diesem Rundgang 11 Stationen. Ein Plan, der den Rundgang sowie weitere Eckpunkte (z. Bsp. Notausgänge) beinhaltet, werden den BesucherInnen nach Zahlung des Eintrittspreises ausgehändigt. Die Höhlen werden zur Sicherheit der BesucherInnen videoüberwacht!

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Eine der Stationen, die am Beginn des Rundweges lagen, waren diese beiden Nischen ↑. Diese Nischen dienten Ende des zweiten Weltkrieges als Wohnraum für Familien, die vor den Luftangriffen auf die Stadt Homburg Zuflucht suchten. Zeitzeugen berichten von mehreren Tausend Personen, die teilweise über Wochen hinweg in solchen Nischen der Schlossberghöhlen Zuflucht fanden.

Eine weitere Station des Rundganges war diese hohe Stütze ↑. Zwischen den Jahren 2003 und 2007 wurden die Schlossberghöhlen durch Stützen wie diese und andere (siehe Bild unten ↓) gesichert. Zum Einsatz kam hierbei modernste Bergbautechnik. Der Kostenpunkt hier lag bei ca. 3 Millionen Euro.

Sehr interessant war auch die Baumwurzel einer Linde ↓, die uns plötzlich im Höhlensystem begegnet ist. Die Linde ist ungefähr 5 Meter hoch gewachsen und ihre Wurzel ragt ins Tunnelsystem hinein. Von unten nach oben fotografiert.

Und der Junior war sehr angetan von den Fußspuren der Dinosaurier ↓, die – nicht wie vielleicht erwartet – am Boden des Höhlensystems zu sehen waren, sondern an der Decke. Denn was jetzt die Decke ist, war früher einmal der Boden.

Gut, dass ich nicht hochgewachsen, sondern eher klein (und kompakt) bin *lach*. Denn wie es in Höhlen meist so ist, sind die Gänge recht niedrig (siehe Bild 1 unten ↓), was auch auf dem Hinweisschild (Bild 2 unten ↓) noch einmal verdeutlicht wird. Allerdings war diese niedrige Höhe nicht überall anzutreffen, so dass man durchaus auch in aufrechter Körperhaltung durch die Höhlen spazieren konnte.

Auch waren die einzelnen Tunnel beleuchtet. Entweder durchgängig oder nur für ein paar Minuten nach dem Drücken eines „Lichtschalters“ am Tunneleingang. Wir fanden einen Tunnel, der in einer meiner Lieblingsfarben beleuchtet war ↓: rosa!

Auf dem Bild unten ↓ ist der größte Saal der Schlossberghöhlen in Homburg zu sehen. Es handelt sich dabei um den Thronsaal. Er liegt knapp 50 Meter unter dem Schlossberghotel. Zu früheren Zeiten wurden in den Höhlen regelmäßig Höhlenfeste gefeiert (1960er Jahre). Und zu jedem solcher Feste wurde eine Höhlenkönigin gekürt, welche standesgemäß in diesem Thronsaal „residierte“.

Der oben zu sehende Thronsaal ↑ war die neunte von elf Stationen. Somit waren wir nach fast 40 Minuten schon wieder so gut wie am Ausgang angelangt.

Dieser ↑ durch Stützen abgesicherte Gang führte an einer Seite des Thronsaales vorbei und mündete in einen weiteren gemauerten laaangen Gang ↓, den wir durchwandern mussten, um zum Ausgang zu gelangen.

Und nach insgesamt 45 Minuten am Ausgang angelangt, gaben wir unsere Sicherheitshelme wieder ab und wurden mit einer ganz wunderbaren Aussicht über die Stadt Homburg ↓ konfrontiert.

Und während meine beiden Männer diese Aussicht noch etwas länger genossen, entdeckte ich „Das Höhlentier des Jahres – die große Höhlenspinne“ *schauder*. Gott sei Dank sah ich sie aber nur auf dem Plakat. Hätte ich vor Eintritt in die Schlossberghöhlen eine Ahnung gehabt, auf welches Tier ich ggf. treffen könnte, ich weiß nicht, ob ich angsfrei hinein gegangen wäre. Jedoch trafen wir auf keine tierischen Begleiter – jedenfalls nicht bewusst!

2 Kommentare bei “Die Schlossberghöhlen in Homburg

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