Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Lesezeit: in ca. 6 Minuten gelesen

Nicht zu verwechseln mit Saarstahl, das – wie der Namen bereits aussagt – ein Stahlwerk ist. Die Völklinger Hütte ist ein Eisenwerk, wird jedoch oftmals – aus Unwissenheit – als Stahlwerk bezeichnet. Im Jahr 1873 wurde die Völklinger Hütte gegründet und 113 Jahre später stillgelegt. Somit befindet sie sich erst seit 36 Jahren im „Ruhestand“. Zum Weltkulturerbe wurde das Völklinger Eisenwerk im Jahr 1994 ernannt. Wer noch mehr über die Völklinger Hütte, in der auch mein Großvater mütterlicherseits seine äußerst schweißtreibende Arbeit verrichtet hat, erfahren möchte, dem empfehle ich die offizielle Webseite und/oder den entsprechenden Artikel bei Wikipedia.

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Vom Parkplatz aus, auf dem wir standen, schoss ich das erste Bild ↑, noch vor der Kinderführung, an der wir mit dem Junior teilgenommen haben. Ich kann Euch leider nicht sagen, um welchen Teil der Völklinger Hütte es sich hier genau handelt. Jedoch fand ich, es gibt ein tolles Motiv ab.

Die „34“, eine stillgelegte Lok. Ein sehr beliebtes Motiv auch bei Hochzeiten, die im Weltkulturerbe Völklinger Hütte vollzogen werden können. Hier können wunderbare Aufnahmen des Brautpaares entstehen, die – meiner Meinung nach – in schwarz-weiß erst richtig wirken. Auf diese Lok trafen wir zu Beginn der Kinderführung. Da waren wir noch fit *grins*.

Ein Zug mit zwei Waggons. Hiermit wurde Eisenerz zur Völklinger Hütte transportiert, damit dieses in den Hochöfen zu Roheisen weiterverarbeitet werden konnte. Wie ihr der Perspektive ggf. entnehmen könnt, ging es in die Höhe und bald in die „Eingeweide“ der Völklinger Hütte.

Was ihr auf dem Bild oben ↑ sehen könnt, das ist die Hochofengruppe. Diese besteht aus 30 bis 40 Meter hohen Winderhitzern (sie erwärmten die Luft, die von unten in die Hochöfen geblasen wurde, auf bis zu 1.200 °C), der Gichtbühne, die auf 27 Metern Höhe liegt (sie diente dem Befüllen der Hochöfen von oben mit 15 Hängebahnwagen pro Befüllvorgang), die Hochöfen und die Hängebahnwagen (versorgten alle sechs Hochöfen mit Erz und Koks). Die Hochofengruppe war das Ziel und Highlight der Führung. Wir „durften“ auf 28 Meter Höhe hinauf kraxeln (auf schmalen Treppenstufen).

Auf diesem Bild ↑ habe ich Euch den Schrägaufzug für die Hängebahnwagen nochmals in Gänze fotografiert, da er auf dem Bild mit der Hochofengruppe am linken Bildrand abgeschnitten war. Mit ihm wurde das Koks und Eisenerz in tonnenschweren Wagen hinauf auf die Gichtbühne befördert, damit die Hochöfen damit befüllt werden konnten.

Geschafft! Das Ziel wurde erreicht, wir sind in 28 Metern Höhe bei den Hochöfen angelangt ↑. Beeindruckend war es dort oben schon, aber es war ein schweißtreibender Aufstieg, gerade auch, weil die Sonne unbarmherzig auf die Erde strahlte. Im Foto nicht zu sehen ist der Hochofen „5“. Es war mir leider nicht möglich diesen zu fotografieren, da die Kinder, welche an dieser Kinderführung teilgenommen hatten, es sich auf dem „Deckel“ des Hochofens gemütlich gemacht haben und dort saßen.

Jedoch habe ich diesen kleinen Teil des Hochofens „5“ ↑ wenigstens fotografieren können – nicht sehr beeindruckend, aber immerhin etwas.

Und ein Himmelsbild gibt es auch noch. Dieses Bild ↑ entstand am Ende der Führung während wir die 28 Meter wieder hinunter gewandert sind.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist ein Besuchermagnet und lockt nicht nur mit sehr viel Industriekultur in jedem Jahr Tausende von Besuchern nach Völklingen, sondern begeistert auch mit seinen wechselnden Ausstellungen. Derzeit und noch bis zum 06. November 2022 können Besucher die Ausstellung „Urban Art Biennale“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte besuchen und finden zudem auch auf dem Außengelände derartige Installationen. Zeitgleich findet auch die Ausstellung „The World of Music Video“ statt, die noch bis zum 16. Oktober 2022 besucht werden kann.

Ein paar wenige Kunstwerke/-objekte der Ausstellung „Urban Art Biennale“ konnte ich während der Führung aufnehmen. Kennt ihr die Dame auf dem Bild unten ↓?

Leider weiß ich nicht, wer auf dem Bild oben ↑ porträtiert wurde, aber ich fand, dass es sehr künstlerich aussah. Gestört hat mich nur der Zaun davor. Schade, dass dieser offenbar sein musste.

„Achtung! Und jetzt bitte einmal kräftig blaaasen!“ *lach* Die Dame und der Herr sind Mitarbeiter im Weltkulturerbe Völklinger Hütte und wurden sehr kunstvoll dargestellt. Wenn ihr Euch das Bild genau betrachtet, bemerkt ihr vielleicht, dass sie an der oberen Kante bereits leicht abblättern. Das ist gewollt, denn die Kunst am Weltkulturerbe selbst (z. Bsp. an Wänden, auf Dächern, an Türmen) muss rückstandslos entfernbar sein.

Das oben zu sehende Kunstwerk der „kopflosen Hüttenarbeiter“ ↑ (ich habe dieses Bild so genannt, dies entspricht nicht der offiziellen Bezeichnung) gefiel mir außerordentlich gut. Wie schon erwähnt, muss auch dieses Gemälde rückstandslos entfernbar sein, da es direkt an einer Wand des Weltkulturerbes angebracht wurde, daher die Abblätterungen an diversen Stellen.

Die Bezeichnung „Futuring“, welche an einen Turm angebracht war, habe ich fast übersehen. Dieser Schriftzug wird abends wohl beleuchtet sein.

Alles in allem war der Tag im Weltkulturerbe Völklinger Hütte inklusive der (kostenfreien!) knapp 2stündigen Kinderführung ein voller Erfolg und für den Junior auch sehr lehrreich. Davon wird der Junior sicherlich noch lange schwärmen.

7 Kommentare bei “Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte

  1. *loool* die zwei blasenden Mitarbeiter sind ja der Kracher !
    Nicht allzu weit von uns entfernt in Duisburg gibt es den Landschaftspark. Er ist auch ein ehemaliges Industriegelände und wurde umgebaut.
    Teils sind Teile alter Anlagen in Spielplätze integriert. Ansonsten ist er ab abends beleuchtet und somit für Fotografen sehr interessant. Und vor allem ist der Eintritt kostenlos.
    Ich war allerdings auch noch nicht dort. Ich bekomme immer nur von einem Freund was vorgeschwärmt, dass ich da unbedingt mal hin müsste. 🙂

    LG Frauke

    1. @Fraukografie:
      Liebe Frauke!
      Finde ich auch, die sind einfach klasse. Von Duisburg habe ich auch schon viel gehört. Gehört auch noch zu den Locations, die ich mit der Canon und/oder der Nikon besuchen mag.

      Viele Grüße, Sandra!

  2. Das war sehr interessant, Verhüttung und Co. für mich schon immer auch (durch früher gekannte Berufe) ein Thema, und ich danke für die vielen Infos und Bilder! Sooo viele tolle Motive, da wäre ich als Besucher wahrscheinlich erschlagen. 😖😉Und wo ich Rost ja so gerne mag, zumindest fotografisch, da wüßte ich gar nicht, wo ich anfangen sollte.🤭😁
    Klasse, daß Ihr den schönen Ausflug zusammen genießen konntet!
    Liebgrüße
    Tiger
    🐯

    1. @Tiger:
      Liebe Tigerin!
      Danke, freut mich, dass der Beitrag gefallen hat. Wir hatten ja die Führung und sind leider an einigen Motiven auch vorbei gerannt, die ich gerne noch fotografisch eingefangen hätte. Naja, man kann eben nicht alles haben. Oder? Ich bin froh, dass ich Euch wenigstens die gezeigten Motive mitbringen konnte.

      Viele Grüße, Sandra!

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