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Ich weiß, wir leben (immer noch!) in Zeiten von Corona, aber ist das Verhalten meiner Arztpraxis noch normal?

Folgender Sachverhalt: vor einiger Zeit – ich habe berichtet – fingen bei mir die Symptome einer Grippe an. Mit dabei waren Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, laufende Nase, leichtes Fieber und Schüttelfrost. Kurzum: mir ging es be…scheiden!

Montags rief ich in meiner Arztpraxis an, schilderte meine Symptome und bekam für Dienstag früh einen Termin. Ich solle schon um 08:00 Uhr da sein, hieß es, und wenn ich dann vor der Tür stünde, solle ich anrufen und mitteilen, dass ich da wäre. Nach einer unruhigen Nacht, quälte ich mich also früh am Dienstag Morgen aus dem Bett, um dann zum Arzt fahren zu können.

Es wunderte mich, dass bereits mehrere Patienten vor der Tür warteten. Sie standen da wie bestellt und nicht abgeholt. Wie mir geheißen rief ich in der Praxis an und teilte der Dame am Telefon dann mit, ich sei da. Auf die Frage, welche Symptome bzw. Beschwerden ich hätte, schilderte ich die oben genannten (Fieber, Schüttelfrost, laufende Nase, etc.).

Und dann sagte sie zu mir: „Tzia, da kann ich Ihnen jetzt nicht helfen. Sie müssen leider draußen warten. Es kann noch dauern, es sind noch einige Patienten vor Ihnen. Tut mir leid. Ich weiß, es ist kalt, aber daran kann ich leider nichts ändern.“ Und das Gespräch war beendet.

Draußen warten? Es kann noch dauern? Einige vor mir? Verdonnert zum Frieren mit Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und…ach ja…Reizhusten hatte sich ja auch dazu gesellt. Suuuper *Sarkasmus*. Stirbste net an Corona, gehste an Lungenentzündung drauf, dachte ich bei mir und musste verständnislos in mich hinein grinsen.

Es dauerte sage und schreibe 45 Minuten, also fast eine ganze Stunde, bis ich endlich aufgerufen wurde. Die Ärztin ließ uns „Draußenstehende“ nur durch einen speziellen Eingang in die Praxis, abgeschottet vom Rest der Mitarbeiter und der weiteren Ärzte, die mit in der Praxis arbeiten. Ich kam mir vor, als ob ich die Pest im Leib hätte und unbedingt von allem und jedem ferngehalten werden müsse. War kein arg schönes Gefühl, zumal die Ärztin selbst auch noch bis oben hin vermummt war.

Und das alles dann für lausige 3 Tabletten (3-Tage-Antibiotikum Therapie). Sie hat mich abgehört und mir einmal in den Hals gesehen, nur um mir zu sagen, was ich schon wusste. „Es ist eine Erkältung.“ Dann wurde noch ein Corona-Test gemacht (obwohl geimpft), der natürlich negativ ausgefallen war. Sicher sei sicher, so meine Ärztin. Danke, das war’s, Sie können gehen, hieß es nach nur 5 bis max. 10 Minuten.

Ich frage mich: wie kann man denn Patienten, die mit Schüttelfrost und Fieber, mit Halsschmerzen und Reizhusten in die Praxis kommen, in der Kälte stehen lassen? Und das fast 60 Minuten lang! Zumal es sich nicht um eine kleine Praxis handelt und Platz gewesen wäre, die Patienten auseinander zu setzen. Da es mir an dem Tag bescheiden ging, hab‘ ich die Arzthelferinnen darauf nicht angesprochen, aber ich denke, ich hole das noch nach. Ich weiß nicht, aber ich persönlich finde, das geht doch nicht. Oder?

Ist das noch normal?
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15 Gedanken zu “Ist das noch normal?

  • 21. Oktober 2021 um 00:07
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    Das ist wirklich schlimm. Ich hoffe, du warst wenigstens mit dem Auto dort und konntest dich so lange ins Auto setzen.
    Fürchterlich. Ärgerlich. Ich würde überlegen, den Arzt zu wechseln.
    Überhaupt unverschämt, wo du doch einen Termin hattest, so lamnge warten zu müssen.
    Ich verstehe, dass Arztpraxen jetzt wegen Corona vorsichtig sind. Aber dann sollen sie genaue Termine vereinbaren, wo keiner warten muss!!!

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  • 20. Oktober 2021 um 09:07
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    Huhu,

    ich kann verstehen, dass du dich darüber geärgert hast und förderlich für die Gesundheit ist das sicherlich nicht gewesen.

    Allerdings versuche ich als Nichtbetroffene auch die andere Seite zu verstehen.

    Bei diesen Symptomen muss immer erst ausgeschlossen werden, dass kein Corona-Fall vorliegt, bevor man jemanden damit in die Praxis holt, wo auch andere Menschen sind, die man dann gefährden könnte.

    Und jetzt ist nun mal Erkältungszeit und da tauchen viele Menschen mit diesen Symptomen auf.

    Wo soll man die in der Praxis gleichzeitig alle gesondert unterbringen ? Abgesehen davon, dass sollte sich ein Fall als Corona bestätigen, das von diesem Menschen belegte Zimmer dann auch erst mal nicht mehr nutzbar ist, bis es entsprechend gelüftet und desinfiziert wurde.

    Hier könnte lediglich helfen, dass man feste Termine vergibt, damit man nicht allzu lange draußen warten muss. Diesen bekommt man dann aber vielleicht nicht direkt am nächsten Tag.

    Wie gesagt, ich verstehe, dass das für dich ärgerlich war, aber die Praxen haben es im Moment auch nicht leicht.

    LG Frauke

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    • 20. Oktober 2021 um 12:25
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      @Fraukografie:
      Hi Du!
      Hätte man mir bei meinem Anruf in der Praxis gesagt: „Gute Frau, es ist derzeit leider so, dass wir fiebrige Patienten nicht in die Praxis lassen. Bitte machen Sie einen Corona-Test in einem Testzentrum und wenn Sie negativ sind, können Sie gerne vorbei kommen.“ Oder so ähnlich, dann hätte ich vielleicht ahnen können, was auf mich zukommt. Aber einfach zu sagen: „Klar können Sie kommen, wir nehmen Sie schnellstmöglich dran.“ ließ mich dann vermuten, alles wie immer. Wenn man mich am Telefon – am Vortag meines Termins – darauf vorbereitet hätte, draußen in der Kälte ausharren zu müssen, hätte ich halt auch anders reagiert und mich nicht arg so sehr geärgert, weil es dann ja auch angekündigt gewesen wäre. Aber so…

      Und es war echt schweinekalt und dann hat das auch noch ewig gedauert bis ich an die Reihe kam. Mit Fieber, Schüttelfrost und mit Husten, dann noch mit Glieder- und Kopfschmerzen da draußen vor der Tür stehen zu müssen, war echt unspaßig und obwohl drei Ärzte anwesend waren, hat es immer noch knapp ne Stunde oder so gedauert bis ich endlich an der Reihe war.

      Ich bin immer noch stinkig.
      Oder die sollen halt dann am Telefon sagen: „Momentan dürfen Sie nicht in die Praxis. Wir rufen Sie an, wenn e bissel Luft ist und Sie kommen können, dann brauchen Sie nicht allzulange draußen zu warten.“ Sicherlich gäbe es da diverse Lösungen, die Patienten ein bisschen zu schonen. Ich hab‘ mich echt zur Praxis gequält. Ich kann nur eines sagen, es war mir eine Lehre. Das nächste Mal wird eine Erkältung, egal wie dreckig es mir auch geht, ausgestanden – ohne ärztliche Hilfe oder Medikamente. Hausmittelchen tun es auch. Ich hab‘ überhaupt keinen Bock mehr drauf, ’ne Praxis aufzusuchen!

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      • 20. Oktober 2021 um 13:29
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        Ich sag ja, ich kann dich verstehen. Aber eben auch die Praxis und die haben ne scheiß Organisation da zur Zeit.

        Für solche Patienten muss man Termine einplanen, damit das mit der ewigen Warterei nicht passiert.

        Und nicht zum Arzt, wenn es einem echt dreckig geht, ist keine Lösung und kann ganz schön bös enden. 😉

        LG Frauke

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        • 20. Oktober 2021 um 15:35
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          @Fraukografie:
          Es scheint, als ob meine Praxis gerade Null Organisation hätte. Ich glaube, Organisation ist da gerade ein Fremdwort. Hast recht, Termine einplanen und dadurch die Wartezeit verkürzen. Das kriegen die aber net auf die Reihe. Ich glaub‘, da ist gerade die pure Überforderung angesagt. Nicht gerade arg vertrauenserweckend, wenn Du mich fragst. Ich hab‘ mich so geärgert und ärger‘ mich noch heute.

          Nachdem, was ich da erlebt habe, habe ich so gar keinen Bock mehr auf Arzt und Praxis und Co. Komisch nur, dass meine Erkältung für den HNO und seine Praxis offenbar keine großartige Rolle spielte. Denn nur einen Tag später war ich beim HNO in der Praxis, weil ich Ohrenschmerzen hatte. Und komischerweise durfte ich ohne Weiteres die Praxis betreten und im Wartezimmer warten. Ich sag‘ es ja: bei den einen so, bei den anderen nochmal ganz anders. Da soll dann noch einer durchblicken!?

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  • 18. Oktober 2021 um 01:18
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    Sowas geht gar nicht. Wozu hatten die dann gesagt, dass du anrufen sollst, wenn du vor der Tür stehst? Verstehe ich nicht. Ich wäre wieder gegangen.

    Bei meiner Hausarztpraxis muss man auch draußen warten, aber neulich hatte auch eine erkältete Frau ganz normal die Praxis betreten dürfen. Das hatte mich zwar erst gewundert, dass sie zu normalen Zeiten reindurfte, da die immer jeden vorher fragen, ob man Husten, Schnupfen oder Fieber hat. Aber sowas wie einen seperaten Eingang gibt es da nicht, und sie muss ja auch behandelt werden. Wie lange sie warten musste kann ich aber nicht sagen, da sie gerade reingeholt wurde, als ich ankam. Jedenfalls ist das ein Sauerei, mit Fieber in der Kälte stehen zu müssen.

    Ich hoffe, dir geht es inzwischen wieder gut/besser!

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    • 19. Oktober 2021 um 14:14
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      @Claudy:
      Hallo Du!
      Es geht mir besser, danke Claudy. Aber das Verhalten der Praxis war wirklich unterirdisch, ich weiß auch nicht. Ich stand kurz davor, zu gehen, aber dann kam ich an die Reihe.

      Antworten
  • 14. Oktober 2021 um 18:42
    Permalink

    Nee, das ist echt nicht mehr normal. Da wird man ja noch kranker, wenn man schon angeschlagen solange in der Kälte stehen muss. Also ich würde das nochmal ansprechen. Denn wenn Keiner was sagt, dann ändert sich auch nichts.
    Aber nun werde erstmal wieder gesund. Gute Besserung!

    LG Gabi

    Antworten
    • 19. Oktober 2021 um 14:04
      Permalink

      @Die Katzenfreundewelt:
      Danke für die Genesungswünsche, liebe Gabi! Ich fand es auch ziemlich daneben, dieses Verhalten der Praxis, mich so lange in der Kälte stehen zu lassen. Vielleicht, wenn ich das nächste Mal in dieser Praxis aufschlage, werde ich das mal ansprechen!

      Antworten
  • 14. Oktober 2021 um 11:50
    Permalink

    Liebe Sandra,
    das ist echt nicht normal und bei aller Vorscht, die geboten ist, das geht zu weit, Menschen mit Fieber und sonstigen Beschwerden einfach so lange vor der Tür stehen zu lassen!
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall Gute Besserung und halt Dich schön warm!
    Allerliebste Grüße, Claudia !

    Antworten
    • 14. Oktober 2021 um 13:41
      Permalink

      @Claudia:
      Hi Du!
      Finde ich auch. Es war wirklich ein Unding und dabei war es auch noch kalt so früh am Morgen. Danke für die Genesungswünsche!

      Antworten
  • 13. Oktober 2021 um 20:24
    Permalink

    Nein, das ist absolut nicht normal. Ich würde mich bei der zuständigen Ärztekammer beschweren. Ich gehe davon aus, dass die Ärztin und alle MitarbeiterInnen geimpft sind. Bei meiner Ärztin läuft das total locker. Allerdings würde ich einen grippalen Infekt auch zunächst mal mit Bettruhe, heißem Tee und rezeptfreien Halsschmerztabletten auszukurieren versuchen. Antibiotika sind meistens völlig überflüssig. Man fühlt sich zwar bescheiden, aber so ein Infekt ist noch keine echte Grippe. Und die würde auf ein Antibiotikum schon gar nicht ansprechen.
    Alles Gute weiterhin und liebe Grüße
    Elke

    Antworten
    • 14. Oktober 2021 um 13:38
      Permalink

      @Elke:
      Hi Du!
      Da bin ich ja froh, dass ich das Ganze nicht alleine nur so sehe. Dass es bei meiner Ärztin in der Praxis gerade so abgeht, habe ich das erste Mal erlebt. Vorsicht ist gut, aber wenn es dem Patienten bei aller Vorsicht noch miserabler geht als vorher, das ist auch nicht Sinn der Sache.

      Antworten
  • 13. Oktober 2021 um 19:02
    Permalink

    Moin, liebe Sandra,

    also ich glaube, wäre mir das passiert, hätte es mir noch so schlecht gehen können, ich hätte Krach geschlagen und den ziemlich massiv. Keine Ahnung, ob für so etwas die Krankenkasse ein offenes Ohr hätte oder ob die Ärztekammer die bessere Adresse wäre, aber mich erkundigen und den Fall schildern würde ich auf jeden Fall.
    Es ist ja völlig okay Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, aber doch nicht kranke fiebrige Patienten in der Kälte stehen lassen! Ich bin jetzt gerade für dich mit ziemlich angepi**t. An deiner Stelle würde ich mir einen Arztwechsel überlegen.

    So, genug gebrummelt. Gute Besserung weiterhin und bleib bloß lange genug im Bett und werde erst richtig gesund, bevor du aufstehst.

    Alles Liebe von
    Maksi

    Antworten
    • 14. Oktober 2021 um 13:36
      Permalink

      @Maksi:
      Nee, ich war einfach nur froh, endlich an der Reihe zu sein, und dann wollt‘ ich’s auch noch schnell hinter mich bringen, ohne großes Trara, daher blieb ich ruhig. Ich fand es aber auch echt unverschämt, der Hammer. Gegen Vorsichtsmaßnahmen ist nichts einzuwenden, aber das geht gar nicht, finde ich. Man muss auch wissen, wo genau Vorsicht angebracht ist. Wenn es bei aller Vorsicht dem Patienten noch schlechter geht als vorher, das kann auch nicht Sinn der Sache sein. Oder?

      Antworten

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