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Sicherlich werdet ihr Euch lebhaft an meinen Beitrag mit dem Titel “Trickbetrug! – Gewinnspielfalle mit Zeitschriften-Abo” erinnern. Darin hatte ich berichtet, dass ich auf so etwas hereingefallen war und sogar meine IBAN herausgegeben hatte (was ich niemals hätte tun dürfen!). Außerdem gab es einige Zeit später einen zweiten Teil, der sich “Trickbetrug! Teil II – eine E-Mail trudelt ein” nannte. Darin berichtete ich, dass mich eine dubiose E-Mail mit dem Betreff “Frau Hübel, haben Sie vergessen, Ihre Teilnahme zu bestätigen?” erreichte. Ich solle doch bitte meine E-Mail Adresse bestätigen, hieß es weiter. Jedoch ignorierte ich diese E-Mail.

Dann blieb es ruhig.
Keine ungültigen Bewegungen auf meinem Konto, keine weiteren E-Mails oder gar unerwünschte Anrufe – weder auf dem Festnetz, noch auf dem Handy – folgten. Zwischenzeitlich hatte ich mich auch bei der zuständigen Polizeidienststelle nach dem aktuellen Stand der Bearbeitung meiner Strafanzeige, die ich gestellt hatte, erkundigt und mitgeteilt, dass keine weiteren Zwischenfälle mehr vorkamen. Meine Strafanzeige wird jedoch (natürlich!) weiterhin existent bleiben und verfolgt werden. Vor allem wird sie um alles bereichert werden, was in dieser Sache ggf. noch eintrudelt (z. Bsp. die angesprochene E-Mail oben ↑).

Heute (19. August 2021) exakt um 11:00 Uhr am frühen Mittag klingelte mein Handy. Die Nummer +49 431 7277**** stand im Display, obwohl mir unbekannt hob ich ab, meldete mich aber nur mit einem knappen “Hallo?”. Ganz kurz blieb es ruhig, bis eine Dame sich am anderen Ende der Leitung zu Wort meldete. Es ging darum, dass ich einen Vertrag geschlossen haben soll – im Internet und unter Akzeptanz der gültigen AGB dieses (keine Ahnung) Unternehmens, dieser Firma oder was auch immer.
Nun seien mir, gemäß der Aussage dieser Dame, gleich mehrere E-Mails zugesandt worden, auf die ich jedoch nie geantwortet hätte. Ich hätte diese E-Mails ignoriert und da ich nicht gekündigt hätte und die Frist für eine Kündigung wohl auch abgelaufen war, hätte sich der Vertrag automatisch um weitere 9 Monate verlängert und ich müsse nun pro Monat ca. 60 Euro zahlen.

Ich frage mich und fragte sie: “Wofür soll ich zahlen?” Sie sagte, es ginge um Reisegutscheine und Ähnliches. Von denen ich bis heute (natürlich!) nichts gesehen habe. Ja spinn’ ich denn? NEIN! Also bohrte ich weiter: “Wenn ich einen Vertrag im Internet geschlossen hätte, hätte mir doch etwas Schriftliches darüber zugehen müssen. Ich bekam bis heute aber keine Post.” – “Sie konnten sich im Internet auf Facebook, Instagram, DM, Rossmann u. s. w. registrieren und das haben Sie getan.” Also bekam ich auf meine Frage schon mal keine konkrete Antwort. Das fand ich verdächtig und ließ mich zusätzlich einen “Abzocke-Anruf” vermuten.

Dann sagte ich: “Ich wurde im April angerufen. Ich hätte gewonnen, müsse aber ein Zeitschriften-Abo abschließen, um den Gewinn zu erhalten.” – “Nein, das hat mit uns nichts zu tun!”, konterte sie fast schon etwas zu schnell. “Gut, wenn Sie das nicht waren, dann kann ich Ihnen mit Bestimmtheit sagen, dass ich weiter keinen Vertrag oder Ähnliches geschlossen habe.” “Aber Sie wurden doch am 20. November 1976 geboren. Oder ist das nicht Ihr Geburtsdatum?” Ja, das ist es, aber wie einfach ist es heute, sich vielerlei Daten aus dubiosen Quellen zu besorgen? Antwort: Super einfach!!! Demnach für mich also nicht wirklich ein “Beweis” dafür, dass ich vor Monaten einen Vertrag abgeschlossen haben soll.

“Hören Sie”, sagte ich schon sehr genervt: “Ich habe keine E-Mails von Ihnen erhalten und auch keine gelöscht. Die einzige E-Mail, die ich habe, kam von einer gewissen Petra Schmidt. Sind Sie das?” – “Nein, das bin ich nicht.”, sagte sie schließlich. Die Dame beharrte darauf, dass dieser Vertrag zustande gekommen wäre und dass ich mich dadurch rechtskräftig zu regelmäßigen Zahlungen verpflichtet hätte. Dann aber kam die Wende dieses Telefonats!

Wieder bestätigte ich der Dame: “Mir gingen weder E-Mails zu, noch Briefe, noch sonst irgendetwas.” und erläuterte ihr: “Ich habe das Telefonat damals, bei dem mir ein angeblicher Gewinn weiß gemacht wurde, bei der Polizei zur Anzeige gebracht, weil es sich um Betrug handelte. Diese Angelegenheit wird also strafrechtlich verfolgt.” Und eh’ ich dann noch etwas hinzufügen konnte, hieß es am anderen Ende der Leitung:

“Ah…, ich werde die Sache an die zuständige Abteilung weiterleiten. Und die wird sich dann mit Ihnen in Verbindung setzen.” Ich stur: “Okay, tun Sie das.” Eine ordentliche Verabschiedung wie etwa “Auf Wiederhören” oder “Gut, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag” oder ähnliches kam nicht mehr zustande. Nicht, dass mir dies viel Wert gewesen wäre, aber aufgrund der doch recht flotten Beendigung dieses Telefonats seitens der Dame mit einem knappen “Tschüss” vermute ich, Unseriösität auf allen Ebenen.

Sobald das Wort “Polizei” fiel, wurde sie kleinlaut und beendete das Gespräch. Sie beharrte auf gar nichts mehr, erwähnte keine AGBs mehr, welchen ich angeblich zugestimmt haben soll, sie erwähnte keine E-Mails mehr und sie bestand auch nicht darauf, dass dieser Vertrag (welcher auch immer das sein soll!) Bestand hat und meinerseits erfüllt werden muss.

Sicherlich werdet ihr mit mir einer Meinung sein, wenn ich mal behaupte, dass dies kein seriöser Anruf war. Die Dame sagte mit dem Anruf aus dem April hätte sie nichts zu tun. Somit muss es sich hier ja dann um etwas “Unabhängiges” handeln, um etwas, dass ich zu einem späteren Zeitpunkt getan haben soll. Es muss sich also um einen Vertrag handeln, der mit dem Gewinnspiel aus dem ersten Anruf nichts zu tun hat.

Und ich schwöre Euch, nach dem besagten April-Telefonat habe ich keinerlei Vertrag mit irgendwem geschlossen. Ich lerne aus meinen Fehlern! Und ich habe gelernt, an keinen Gewinnspielen im Internet teilzunehmen, nicht einmal dann, wenn es sich um Plattformen wie z. Bsp. Instagram oder Facebook handelt. Nicht einmal dann, wenn bekannte Marken wie z. Bsp. Ferrero dafür benutzt werden. Denn es kann sich überall um Fake handeln und meist wissen die Unternehmen gar nichts davon und können ein angebliches Gewinnspiel nicht bestätigen.

Dieses Mal war ich am Telefon weitaus hellhöriger und vorsichtiger als noch im April. Ich gab keinerlei Daten raus und ich ließ nicht locker. Ich bestätigte nichts und ich ließ mich auf nichts ein. Natürlich habe ich auch den Inhalt dieses Anrufs bei der Polizei zu meiner Strafanzeige hinzufügen lassen und zwar direkt nachdem ich aufgelegt hatte. Denn ich vermute trotz der verneinenden Aussage der Dame, dass dieser Anruf ggf. dennoch im Zusammenhang mit dem Trickbetrug von damals stehen könnte. Und falls nicht, handelt es sich um einen neuen Betrugsversuch und der ist bei der Polizei natürlich gut aufgehoben. Solchen Anrufe(r)n muss Einhalt geboten werden! Auch das Berichten darüber hilft, denn es wird gelesen und vielleicht kann ich so (m)einen Teil dazu beitragen, dass andere gewarnt sind.

My neverending Story mit dem Trickbetrug
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6 Gedanken zu “My neverending Story mit dem Trickbetrug

  • 22. August 2021 um 15:38
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    Hallo Sandra,
    ich würde mich gar nicht so ewig lang auf ein Telefonat einlassen, wenn ich die Nummer nicht kenne und mir sicher bin, dass ich nie etwas derartiges abgeschlossen habe. Wie schnell sagt man irgendwo in einem Satz mal “Ja” und das wird dann aus dem Zusammenhang geschnitten und du bekommst es irgendwann als Bestätigung vorgehalten. Lass dir gleich am Anfang sagen, mit wem du es zu tun hast und betone, dass du das Gespräch aufnimmst. Da werden die ganz schnell auflegen.
    Liebe Grüße – Elke

    Antworten
    • 22. August 2021 um 15:52
      Permalink

      @Elke (Mainzauber):
      Hallo liebe Elke! Ich wollte mir das zunächst mal anhören, weil ich direkt an mein Telefonat im April denken musste. Aber die Dame sagte ja, damit hätten sie nichts zu tun. Dann habe ich mal mehr oder weniger beiläufig das Wort “Polizei” erwähnt und schwupps war das Gespräch schnell beendet. Das nächste Mal aber werde ich gar nicht erst dran gehen, sofern die Nummer mir unbekannt ist. Aber für den Tipp mit der “Gesprächsaufzeichnung” bin ich dankbar. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht.

      Antworten
  • 19. August 2021 um 17:12
    Permalink

    Was für ein Krimi!
    So schön und bequem das Internet auch ist, man muss aufpassen wie ein Schießhund, dass man nicht über den Tisch gezogen wird. Sehr gut, dass du ruhig Blut bewahrt hast und der Dame mit der Nennung der Polizei ihr A**** auf Grundeis ging. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie die Sache ausgeht und ob man der Betrüger habhaft werden wird (aber eigentlich glaube ich nicht daran).
    Ich finde übrigens diese täuschend echten Mails irgendwelcher Firmen, Banken usw. auch total schlimm. Da wäre ich mal fast darauf reingefallen. Aber mein Bauchgefühl hat mich dann doch gewarnt (und ich habe endlich mal drauf gehört).

    Pass auch weiter gut auf dich auf.

    Alles Liebe von
    Maksi

    Antworten
    • 19. August 2021 um 17:24
      Permalink

      @Maksi:
      Hallo Du…schön, Dich hier wieder anzutreffen! Ich freue mich, dass es bei Dir nun wieder zu funktionieren scheint. Ich glaube auch nicht wirklich daran, dass diesen Betrügern das Handwerk gelegt wird. Aber zur Anzeige sollte man so etwas auf jeden Fall bringen. Besser als überhaupt nichts dagegen zu unternehmen. Würde ich sagen! Auch sollte man andere warnen und informieren und nicht schweigen. Diese Betrügereien oder Betrugsversuche kommen täglich vor und viele fallen zum Opfer. Ich hoffe, ein bisschen Aufklärungsarbeit geleistet zu haben mit diesem Beitrag.

      Antworten
        • 20. August 2021 um 15:05
          Permalink

          @Maksi:
          Ja, davon habe ich auch schon gehört. Die Polizei hatte mir diese Vorgehensweise damals bei einer Strafanzeige näher erläutert.

          Antworten

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